Postpunk mit Selbstironie

Die britische Band Yard Act schafft es auf ihrem neuem Album, vielfältige Gitarrenrock-Sounds mit humorvoller Kapitalismuskritik zu verknüpfen.

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5. August 2026

Yard Act: You’re Gonna Need A Little Music (Island / Universal)

Das aus der nordenglischen Stadt Leeds stammende Quartett Yard Act machte sich auf seinen ersten zwei Alben – „The Overload“ (2022) und „Where’s My Utopia?“ (2024) – mit Postpunk-Klängen in der Tradition von The Fall einen Namen. Nicht nur der Working-Class-Background einte den Yard Act-Sänger James Smith und seinen Namensvetter Mark E. Smith – auch inhaltlich grantelten beide bevorzugt über soziale Schieflagen, gesellschaftliche Fehlentwicklungen, das politische Establishment und die Gefahren des ungezügelten Kapitalismus.

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Postpunk-Energie und Kapitalismuskritik sind auch auf dem neuen Yard Act-Album, „You’re Gonna Need A Little Music“, erhalten geblieben – musikalisch setzt man aber auf (auch tanzbare) Vielfalt: Der Tonfall des charismatischen Frontmanns James Smith ist weniger unversöhnlich und überzeugt mit lässiger Coolness, (selbst)ironischem Augenzwinkern und viel Humor. Hinter der Idee, sich auf diesem Album so zugänglich und popaffin wie möglich zu präsentieren, steckt ein charmanter Wille zur Subversion: nämlich die Selbstwahrnehmung als Rockmusiker einfach einmal zu überdenken und einen Moment in Frage zu stellen.

Fesselnde Gratwanderungen

Eingängige Hooks, zackige Beats und der mit Sexyness aufgeladene Sprechgesang von James Smith bilden das Fundament des runderneuerten Yard Act-Sounds. Bassist Ryan Needham, Gitarrist Sam Shipstone und Schlagzeuger Jay Russell gelingen fesselnde Gratwanderungen zwischen lärmenden Gitarrenrock, energetischem Postpunk und groovender Tanzbarkeit; akzentuierte Gitarrenriffs und Schlagzeug-Trommelfeuer treffen auf wohlgesetzte Piano-und Keyboard-Tupfer.

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„Society has not been kind to my efforts“, bekennt James Smith auf „New Beginnings”, um auf „Talky Talky People” mit cooler Lässigkeit und ironischem Augenzwinkern festzustellen: „When I was young I was totally wired / Now I’m getting on I’m only tired”. Die ohne Ausnahme gelungenen elf Songs, zu deren Höhepunkten neben dem Titelsong das schräg-rumpelnde „Empty Pledges” und das mitreißende Stonerrock-Stück „Redeemer” zählen, nehmen musikalisch Anleihen bei New Order, LCD Soundsystem, Arctic Monkeys, Art Brut, Baxter Dury und selbstredend auch bei The Fall – und klingen letztlich doch ganz unverwechselbar nach Yard Act. Tolle Band, tolles Album.

Yard Act: You’re Gonna Need A Little Music (Island / Universal)