Jahreszeiten und Lebensphasen
Ihr aktuelles Album „Who´s Keeping Time?” hat die amerikanische Singer/Songwriterin Alela Diane zum ersten Mal seit langem wieder mit Band eingespielt und festigt ihren Status als wesentliche Stimme zeitgenössischer Folkmusik.

Alela Diane: Who´s Keeping Time? (Loose Music)
Alela Diane zählt seit mehr als zwei Jahrzehnten zu den markantesten Stimmen der amerikanischen (Indie-)Folkszene. Auf ihren Alben genügen eine akustische Gitarre und ihre Stimme, um eine atmosphärisch-zeitlose Stimmung zu evozieren und Musik dient ihr als Kompensationsstrategie, um ihren Gefühlshaushalt zu kontrollieren und persönliche Erfahrungen zu verarbeiten. Wenn man Vashti Bunyan, Anna Ternheim und Laura Marling als Referenzgrößen nennt, liegt man sicher nicht falsch.
Mehr als ein halbes Dutzend Alben hat die Musikerin aus Portland/Oregon gebraucht, um auch außerhalb eines erlesenen Kennerzirkels Aufmerksamkeit zu erhalten und als „cool“ zu gelten.
Das Interessante an der sogenannten Coolness ist, dass jemand, der nie als cool galt, irgendwann genau deshalb cool wird. Das trifft wohl auch auf Alela Diane zu, die unterstützt von erfahrenen Musikern wie Danny Austin-Manning am Schlagzeug, Sebastian Owens am Bass, Anna Tivel an der Violine, Peter Lalish an der Gitarre und Luke Ydstie und Kati Claborn an diversen Instrumenten mit „Who´s Keeping Time?“ ihr bestes Album ihrer knapp 25-jährigen Karriere eingespielt hat.
Der Tod ihres Musikerkollegen und guten Freundes Michael Hurley war für Alela Diane nicht nur Grund für angemessene Trauer, sondern diente auch als Inspiration für ihr neues Album, das von Aufbruch, Verlust und dem doch irgendwie Weitermachen handelt.
Die immer wiederkehrenden Probleme des Erwachsenseins und Älterwerdens, das filigrane Gerüst, das unser Leben zusammenhält, die guten Absichten, die wir für unsere Beziehungen, Kinder und Freunde hegen und wie sehr diese bei den alltäglichen Mühen mitunter auf der Strecke bleiben – die Songs auf „Who´s Keeping Time?“ gleichen oft einem Herantasten an das kaum Fassbare.

Unaufgeregter Grundton: Alela Diane (@ Loose Music)
Musikalisch herrscht ein wunderbar unaufgeregter und zugleich selbstsicher-optimistischer Grundton vor, der perfekt zu der zur Schau getragenen Nachdenklichkeit passt. „Auf diesem Album ging es mir vor allem um den Lauf der Zeiten und um die sich wiederholenden Zyklen des Lebens, wie etwa die Jahreszeiten“, sagt die Sängerin dazu.
Alela Diane widmet sich in allen elf Songs des Albums dem Auf und Ab der Jahreszeiten und Lebensphasen und changiert dabei zwischen melancholischen Erinnerungen und trotziger Aufbruchsstimmung, zwischen verlustbedingter Verunsicherung und selbstbewusster Entschlossenheit.
Mit ihrer gleichermaßen warmen wie klaren Stimme bringt Alela Diane die elf stimmungsvollen Songs in zeitloser Schönheit zum Strahlen. Wobei „In My Own Time“, „Dusty Roses“ und „Could Be“ besonders strahlen.
Konzerttermine in Österreich:
15.11. in Graz, Detroit (Halle D) in der Helmut List Halle
16.11. in Wien, Chelsea

Alela Diane: Who´s Keeping Time? (Loose Music)
Die Wildgänse auf dem Cover verweisen auf das Leitthema dieser Produktion.



