Sanft wiegend und wogend

Eine charmante und selbstironische Songkollektion über die Liebe: „Roses“, das neue Album des US-Duos Widowspeak.

Von
19. Juli 2026

Widowspeak: Roses (Captured Tracks / Cargo)

Nachdem Kollege Bruno Jaschke vor wenigen Tagen mit dem australischen Trio Pain Gain das Genre Dreampop in den Mittelpunkt gerückt hat, trifft es sich gut, dass das aus New York stammende Duo Widowspeak auch ein neues Album veröffentlicht hat. „Roses“ ist eine Songkollektion wie aus einem Guss, die Dreampop gekonnt mit Americana-, Indierock und Gitarrenpop-Einflüssen ergänzt. Eine musikalische Verwandtschaft mit Mazzy Star, Cowboy Junkies, Beach House oder Still Corners ist unüberhörbar.

Seit mehr als fünfzehn Jahren bezaubern Molly Hamilton und Robert Earl Thomas mit ihrem harmonisch-relaxten, wohlklingenden und organisch fließenden Klanguniversum, das nicht unwesentlich vom sanft-entrückten und somnambulen Gesang von Molly Hamilton geprägt ist: Sie haucht, schwelgt und barmt fast so schön wie einst Hope Sandoval von Mazzy Star.

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Doch dabei belassen es Widowspeak nicht – sie ergänzen die verträumten Dreampop-Klänge mit dem nicht selten sehr avancierten und akzentuierten Gitarrenspiel von Robert Earl Thomas (manchmal mit viel Twang, dann wieder dezent-psychedelisch mit Velvet Underground-Touch).

Im Zeichen der Liebe

„Roses“, das neue, mittlerweile schon siebente Widowspeak-Album, steht im Zeichen der Liebe. Schon das Coverbild – ein hübsches von Insekten bevölkertes Bouquet roter Rosen in einem Wasserglas – deutet darauf hin.
Das Thema wird von allen Seiten betrachtet: Liebe und Beziehungen, ihr euphorischer Beginn wie auch ihr melancholischer Abgesang, bilden den roten Faden des Albums.

Melancholie mit Humor: Widowspeak (© Captured Tracks)

Ohne jeden Anflug von Kitsch erzählen die zehn Songs von schönen wie auch schmerzlichen Erinnerungen, alten Wunden, seelischen Narben, neuen Hoffnungen, emotionalen Höhenflügen, dem Sich-Finden und dem Wieder-Loslassen – und der weisen Erkenntnis, dass sich Liebe nicht planen, nicht festhalten lässt, sondern kommt und geht.
Die seriell eingebaute Melancholie dieser Musik funktioniert hier so gut, weil sie das Duo mit viel Humor und Selbstironie würzt.
You´re still living on my mind / But you never pay your rent on time” („Actor”) singt Molly Hamilton, und an anderer Stelle: „If you change, don ´t change too much / Keep it nice but don´t leave the plastic on“ („If You Change”).
Aufgenommen hat das Duo das Album auf der griechischen Insel Hydra – unterstützt von John Andrews am Piano und an der Orgel, Willy Muse am Bass und Noah Bond am Schlagzeug.

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„Roses“ ist der ideale Soundtrack für lange Auto- oder Zugfahrten, für entspannte Stunden in der Hängematte oder vor dem Kaminfeuer. Anspieltipps: „Wondering“, „No Driver“, „Soft Cover“, „The Hook“, „Roses“ und „If You Change”.

Live im Rockhouse Salzburg am 25. November.